Der Dom St. Marien zu Aachen, kurz der Aachener Dom, ist die Bischofskirche des Bistums Aachen und das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt Aachen.
Patronin ist die Gottesmutter Maria.
Bild 2:In der Vorhalle findet sich heute die Plastik einer Wölfin oder nach anderer Auffassung einer Bärin.
Bild 1: Gegenüber der Wölfin in der Vorhalle ist ein ebenfalls aus Bronze bestehender, samt Sockel 91 cm hoher, 68 cm breiter, mit 129 hohlen,
durchbohrten Schuppen versehener Pinienzapfen aufgestellt. Seine Datierung ist umstritten und reicht vom 3. bis ins 10. Jahrhundert.
Sein eindeutig ottonischer quadratischer Sockel mit einer Seitenlänge von 59,5 cm.
Bild 3: Das Himmlische Jerusalem, Deckenmosaik am Eingangsjoch des Umgangs (1907–1911)
Das im Zentrum des Aachener Doms gelegene karolingische Oktogon wurde zwischen 795 und 803 nach byzantinischen Vorbildern als Kapelle der Aachener Kaiserpfalz errichtet.
Bild 3: Das ursprüngliche, vielleicht schon um 800 ausgeführte Motiv des Kuppelmosaiks mit Christus als dem von den Symbolen der vier Evangelisten umgebenen,
triumphierenden Weltenherrscher (Pantokrator), dem die 24 Ältesten aus der Apokalypse des Johannes ihre Kronen darbringen, wurde in den Jahren 1880/81
im Stil des Neobyzantinismus nach Entwürfen des belgischen Architekten Jean-Baptiste Bethune von der venezianischen Werkstatt Antonio Salviati neu geschaffen.
Barbarossaleuchter
Der Barbarossaleuchter, ein Radleuchter von 4,16 Metern Durchmesser, hängt etwa vier Meter über dem Boden von der Kuppel des Oktogons herab.
Die Form orientiert sich an der Geometrie des Bauwerkes und weicht damit von den im Mittelalter üblichen, auf der Zahl zwölf basierenden Radleuchtern ab.
Das Kunstwerk, welches mit seinem Kranz und den acht großen und acht kleinen turmartigen Laternen die Stadtmauer des Himmlischen Jerusalems symbolisiert,
ist eine Stiftung Kaiser Friedrichs I. und seiner Frau Beatrix von Burgund. Datiert wurde der Leuchter auf die Zeitspanne um 1165 bis 1170.
Gnadenbild
Bild 1: Mosaike im Oktogon.
Bild 2: Am südlichen Ostpfeiler im Oktogon befindet sich das Gnadenbild des Aachener Doms.
Die Marienfigur wird spätestens seit dem 15. Jahrhundert mit kostbaren textilen Gewändern und Schmuckstücken ausgestattet.
Marienaltar
Im östlichen Joch des Umgangs steht – heute wieder – der zur Zeit Karls des Großen aus Marmorplatten gefertigte Hauptaltar,
der wie auch die Kirche als Ganzes der Gottesmutter Maria gewidmet ist.
Bild 1: Mosaik über dem Hauptaltar.
Strahlenkranzmadonna
Ein weiteres besonderes Kunstwerk stellt die in der Chorhalle angebrachte Strahlenkranzmadonna aus dem Jahr 1524 dar.
Sie wurde von dem bedeutenden Maastrichter Bildschnitzer Jan van Steffeswert gefertigt. Die doppelseitige Madonna mit Kind ist von einem später hinzugefügten Strahlen- und Wolkenkranz umgeben.
Die gotische Chorhalle
Die gotische Chorhalle misst 25 Meter in der Länge, 13 Meter in der Breite und 32 Meter in der Höhe.
Die Chorhalle wurde als Saalchor mit zentrierendem Polygon konzipiert. Der Chorschluss besteht aus neun Seiten eines Vierzehnecks.
Ihre Außenwand ist weitestgehend in Fenster aufgelöst, die mit einer Höhe von 25,55 Metern zu den höchsten gotischen Fenstern in Europa zählen.
Die mehr als 1000 Quadratmeter Glasfläche war als gleichsam gläserner Reliquienschrein für die im Marienschrein aufbewahrten Aachener Heiligtümer
und die Gebeine Karls des Großen, welche im Karlsschrein aufbewahrt werden, gedacht.
Bild 3: Das Adlerpult aus Messingguss steht heute in der Chorhalle. Das 1,87 Meter hohe, gotische Pult wurde um 1450 im maasländischen Dinant gegossen.
Ambo Heinrichs II.
An der Südseite des ersten Chorjoches angebracht ist der Ambo Heinrichs II.
Zwischen den Jahren 1002 und 1014 ließ Heinrich II. im östlichen Umgang einen Ambo errichten, der zu den prunkvollsten Kunstschätzen der Ottonischen Kunst gehört.
Die Inschriften am oberen und unteren Rand weisen eindeutig auf eine Stiftung durch Heinrich II. hin, der als REX PIUS HEINRICUS tituliert wird.
Wandmalereien
Die Chorhalle wurde mehrfach farblich ausgestaltet. Die Erstausmalung wurde um 1430 vorgenommen.
Chorpfeilerskulpturen
Um 1430 wurden an jedem Pfeiler des Chorpolygons lebensgroße Pfeilerfiguren angebracht.
Die Konsolen sind mit musizierenden Engeln verziert. Bekrönt werden die Figuren von hohen, filigranen Sandstein-Baldachinen.
Dargestellt sind die zwölf Apostel, Maria und Karl der Große.
Karlsschrein
Der 2,04 Meter lange, 0,57 Meter breite und 0,94 Meter hohe Schrein steht in der Schreintradition des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Er hat die Form einer einschiffigen Kirche ohne Querschiff.
Die vordere Giebelseite zeigt thronend Karl den Großen, zu seiner Rechten stehend Papst Leo III., zur Linken Erzbischof Turpin von Reims.
Über Karl befindet sich in einem Medaillon die Halbfigur Christi. Auf den beiden Seitenflächen thronen jeweils acht Kaiser.
Marienschrein
Der Schrein ist 95 cm hoch, 54 cm breit und 184 cm lang und hat die Form einer einschiffigen Basilika mit einem kurzen Querhaus. Im Kern ist er aus Eichenholz.
Bild 1: Die rechte Stirnseite des Marienschreins mit der Darstellung Christi
Bild 2 : Vorder- und Rückansicht des Marienschreins, Chorhalle
Bild 3: Papst Leo III auf der Stirnseite
Domorgeln
Prospekt der Hauptorgel im oberen nördlichen Umgang.
Kreuzwegstationen
Im Inneren des Doms gibt es an der Nordwand des Chores Kreuzwegstationen im Stil der Nazarener.